EU sucht Heilmittel für steigende Strompreise

0 81

Die Europäische Union (EU) wird nächste Woche nach dem Rekordanstieg der Strompreise, der unkontrollierbar ist und die Bürger beunruhigt, dringend zusammentreten. EU-Ausschussvorsitzende Ursula von der Leyen kündigte an, dass die Kommission an dringenden Maßnahmen und Strukturreformen im Strommarkt arbeite. Ratsvorsitzende von der Leyen kündigte ein dringendes Treffen der EU-Energieminister am 9. September in der tschechischen Hauptstadt Prag an.

Ursula von der Leyen betonte bei einer internationalen Konferenz im slowenischen Bled, dass der Boom der Strompreise gezeigt habe, dass der für andere Bedingungen entwickelte Markt an seinen eigenen Grenzen basiere.

Bundeskanzler Olaf Scholz, wo das Thema heftig diskutiert wird, sagte, dass strukturelle Veränderungen notwendig seien, damit die Strompreise sinken. Scholz zeigte sich auch offen für die Idee eines europaweiten „Energiepreisbremsmechanismus“, um Preissteigerungen zu verhindern, und sagte: „Die aktuellen Strompreise sind nicht zu verteidigen.“


Die Strompreise in Europa werden auf einem Markt bestimmt, auf dem Strom aus verschiedenen Quellen gesammelt wird, und dieser Zeitraum läuft von Zeit zu Zeit aufgrund des Rekordanstiegs bei der Stromerzeugung aus Erdgas. Foto: Andreas Franke/dpa/Picture Alliance

Der EU-Rat hat seinen Plan nicht bekannt gegeben

Der EU-Ausschuss hat noch keinen Plan zur Reform des Marktsystems zur Bestimmung des Stromstückpreises angekündigt. Einige Mitgliedsstaaten schlagen jedoch vor, zur Eindämmung unkontrollierbarer Preissteigerungen vorübergehend eine Obergrenze für den Erdgaspreis festzulegen oder den Strompreis unabhängig von Erdgas zu bestimmen oder in Relation zu anderen Stromquellen zu berechnen.

Der Einheitspreis für Strom in Europa wird nach einem System bestimmt, das als Merit-Oder auf dem Markt bekannt ist, bei dem aus verschiedenen Quellen erzeugter Strom gesammelt wird. Strom, der aus verschiedenen Quellen erzeugt wird, von erneuerbarer Energie bis hin zu Erdgas, wird zum Einheitspreis der kostenintensivsten Erzeugung berechnet. Der teuerste Strom in dieser Zeit stammt aus Erdgas.

Obwohl ihr Marktanteil gering ist, bestimmt der kostenintensivste Strom aus Erdgas den Preis der Einheit. Obwohl dies für Lieferanten und Produzenten obligatorisch ist, die Erdgas zu Rekordpreisen von den Weltmärkten kaufen, führt es zu Rekordgewinnen für Windkraftunternehmen, die Strom zu sehr niedrigen Kosten produzieren. Die Ermittlung des Einheitspreises gibt der Bürger auch als Rekordstromrechnung zurück.


Bundeskanzler Olaf Scholz mit dem tschechischen Amtskollegen Petr FialaFoto: Petr David Josek/AP Photo/Picture Alliance

Griechenland und Spanien fordern Intervention

EU-Mitglieder wie Griechenland und Spanien fordern seit Monaten Eingriffe in die Märkte. Bisher waren die Forderungen dieser Länder aufgrund des Einspruchs Deutschlands, eines der Lokomotivländer der EU, nicht in das Verfahren eingebracht worden.

Bundeskanzler Scholz sagte, sie seien aufgrund der Folgen des Ukraine-Krieges jetzt offener für Reformen. Auf der Pressekonferenz, die er mit seinem Amtskollegen Petr Fiala während seines Besuchs in der Tschechischen Republik, dem zeitweiligen EU-Vorsitzenden, abhielt, erklärte Scholz auch, dass er aus diesem Grund schnellere Entscheidungen in der EU treffen wolle.

Der tschechische Ministerpräsident Fiala sagte, dass eine erdgasunabhängige Strompreisbestimmung eine Alternative sein könnte und dass der Markt derzeit nicht ausreichend funktioniere. Auch Fiala forderte auf, die Nutzungsdauer von Atomkraftwerken zu verlängern, um den nächsten Winter zu überstehen. Deutschland bereitet sich darauf vor, seine letzten drei Kernkraftwerke zum Jahresende abzuschalten.

Zuvor hatte der österreichische Bundeskanzler Karl Nehammer dazu aufgerufen, EU-weite Strompreise unabhängig von Erdgas festzulegen. Allerdings, so Nehammer, würde sich der Stromstückpreis auf diese Weise wieder dem durch die Gestehungskosten bestimmten Preis annähern.

AFP/ETO, JD

DW

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.