EU-Länder suchen Heilmittel für Stromkrise

0 77

Während die nach dem Krieg zwischen Russland und der Ukraine erlebte Stromkrise die Mängel in Europas Stromstrategie aufdeckte, verursachte sie auch eine Verschlechterung des Strommarktsystems, wo freie Marktbedingungen den günstigsten Preis boten.

Der Krieg führte zu rekordhohen Gas- und Stromrechnungen, die sich negativ auf alle Marktteilnehmer, insbesondere Verbraucher und Unternehmen, auswirkten. Die Preise für Kraftwerke wie Erdgas und Strom in europäischen Ländern haben historische Höchststände erreicht.

Der Preis für Terminkontrakte, die an TTF, dem tiefsten Erdgashandelspunkt in Europa in den Niederlanden, gehandelt werden, stieg letzte Woche auf 340 Euro pro Megawattstunde. Die Erdgasverträge, von denen die Rede ist, lagen vor 2 Jahren bei 14 Euro, vor einem Jahr bei 28 Euro und vor 6 Monaten bei 90 Euro. So stiegen die Erdgaspreise auf den europäischen Märkten in 6 Monaten um das 4-fache, in einem Jahr um das 12-fache und in 2 Jahren um das 24-fache.

Der Rückgang der von Russland nach Europa transportierten Erdgasmenge und die Befürchtung, dass das Gasflussniveau nicht auf seinen vorherigen Stand zurückkehren würde, wirkten sich auf den Preisanstieg aus.

Auch wenn die Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) nach Europa zugenommen haben, reichte dies nicht aus, um den Rückgang der Erdgaslieferungen aus Russland über Pipelines auszugleichen.

Trotz der hohen Auslastung der EU-Erdgastanks hat auch die Erwartung, dass dies für die Wintermonate nicht ausreichen würde, die Preise in die Höhe getrieben.

STROMMARKT

Das aktuelle Design des Stromgroßhandelsmarktes der EU wurde vor etwa 30 Jahren erstellt.

In diesem Markt wird der Strompreis halbstündlich nach den Grenzkosten der letzten zur Bedarfsdeckung in Betrieb zu nehmenden Erzeugungseinheit bestimmt.

In diesem Fall basieren die Strompreise für alle Erzeuger auf den Kosten der wertvollsten Anlage, die zur Deckung des Bedarfs benötigt wird.

Im derzeitigen System wird der Großhandelsstrompreis in der EU durch den letzten Erzeuger bestimmt, der benötigt wird, um den gesamten Strombedarf zu decken, und meist durch wertvolle Erdgaskraftwerke, die schnell in Betrieb genommen werden können.

In der Folge treiben teure Erdgaskraftwerke den Strompreis in die Höhe.

Vor allem in der letzten Zeit destabilisierte der rasante Anstieg der Gaspreise den Strommarkt.

Mit dem Rückgang des Erdgasangebots aus Russland und der steigenden Stromnachfrage stiegen auch die Preise am Spotstrommarkt.

Die Strompreise in Europa erreichten vergangene Woche Rekordhöhen. In Deutschland, einem der wichtigsten europäischen Strommärkte, überstiegen die Strompreise im August erstmals die Marke von 700 Euro pro Megawattstunde. Diese Zahl betrug vor 6 Monaten 128 Euro, vor einem Jahr 82 Euro und vor 2 Jahren 35 Euro.

So stiegen die Großhandelsstrompreise in 6 Monaten um das 5-fache, in 1 Jahr um das 8-fache und in 2 Jahren um das 20-fache.

Diese Situation führt dazu, dass die Funktionsweise der Strommärkte von den Mitgliedstaaten diskutiert wird.

Selbst Deutschland, das sich bisher gegen Markteingriffe ausgesprochen hat, macht den Markt für die Spitzenstrompreise verantwortlich. Auch Länder wie Frankreich, Spanien, Belgien und Griechenland beteiligen sich in Deutschland.

EU-Ausschussvorsitzende Ursula von der Leyen kündigte an, Schritte zum Funktionieren des Strommarktes zu unternehmen, nachdem diese Forderung der wertvollen Länder der EU auch auf der Agenda des Ausschusses stehe.

Unter Hinweis darauf, dass der aktuelle Strommarkt für unterschiedliche Bedingungen und Ziele entwickelt wurde, stellte von der Leyen fest, dass sie sich auf eine Notfallreaktion auf den europäischen Strommarkt vorbereiten.

Von der Leyan, „Wir arbeiten derzeit an einer Notfall- und Strukturreform des Strommarktes. Wir brauchen ein neues Marktmodell für Strom, das wirklich funktioniert und uns wieder in Stabilität bringt.“benutzte seine Worte.

DISKRIMINIERUNG DER PREISE

An diesem Punkt wird erwartet, dass die Ressourcenpreise in der Stromerzeugung von den Eingriffen der EU in den Strommarkt entkoppelt werden.

Dabei ist vorgesehen, dass die Preise für erneuerbare Energiequellen wie Wind und Sonne und fossile Energieträger wie Erdgas oder Kohle innerhalb des Marktes differenziert werden.

Daher wird erwartet, dass die Vergütung für erneuerbare Ressourcen niedriger und die Strompreise auf dem Markt sinken werden.

Auch von einer Obergrenze für Erdgaspreise oder einem Einfrieren der Preise ist die Rede. Daher wird erwartet, dass der Höchstpreis, zu dem Gas verkauft werden kann, festgelegt wird und Verkäufe über diesem Preis verboten werden.

Es wird jedoch auch darauf hingewiesen, dass es angesichts dieses Eingriffs zu Problemen bei der Gasversorgung kommen könnte. Es scheint schwierig, Erzeuger davon zu überzeugen, unter freien Marktpreisen zu verkaufen.

Im Rahmen der Änderungen dürfte auch die als sehr vorteilhaft für Brüssel erachtete Erhebung von Zusatzsteuern für Machtorganisationen für Gesprächsstoff sorgen.

Vor allem diejenigen, die Strom günstig produzieren und zu sehr hohen Preisen verkaufen, werden einen Teil ihrer Gewinne besteuern und einkommensschwache Menschen mit dieser Ressource unterstützen.

Mit den geplanten Änderungen versuchen die EU-Staaten, den richtigen Weg zu finden und umzusetzen, um ihre Strom- und Gasrechnungen in der Stromkrise etwas zu senken.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.